Was ist der Spread im Forex-Handel?
Jede Forex-Kursstellung zeigt zwei Preise: den Geldkurs (Bid) (der Preis, zu dem Ihr Broker die Basiswährung von Ihnen kauft) und den Briefkurs (Ask) (der Preis, zu dem er Ihnen diese verkauft). Der Spread ist die Differenz zwischen diesen beiden Kursen.
Der Spread ist die Haupteinnahmequelle von Brokern. Selbst auf einem „provisionsfreien“ Konto zahlen Sie bei jeder Positionseröffnung den Spread.
Spread = Briefkurs (Ask) − Geldkurs (Bid)
Beispiel: EUR/USD Bid 1,10050, Ask 1,10052 → Spread = 0,00002 = 0,2 Pips
Bid vs. Ask: Wie die beiden Preise funktionieren
Wenn Sie eine EUR/USD-Kursstellung von 1,10050 / 1,10052 sehen, bedeutet das:
- Bid (1,10050) – Sie verkaufen EUR zu diesem Preis. Der Broker kauft von Ihnen.
- Ask (1,10052) – Sie kaufen EUR zu diesem Preis. Der Broker verkauft an Sie.
Wenn Sie eine Long-Position (Kauf) eröffnen, steigen Sie zum Ask-Preis ein. Würden Sie sofort schließen, würden Sie zum Bid aussteigen – bereits 0,2 Pips niedriger. Diese Lücke ist Ihr Einstiegskosten. Der Markt muss sich mindestens 0,2 Pips zu Ihren Gunsten bewegen, bevor Sie die Gewinnschwelle erreichen.
Ein Währungswechselschalter am Flughafen zeigt zwei Kurse: einen zum Kauf Ihrer Fremdwährung, einen zum Rückkauf. Die Differenz ist ihr Gewinn – genau wie der Forex-Spread.
Wie Pips funktionieren
Ein Pip (Percentage in Point) ist die standardisierte Einheit für Kursbewegungen im Forex. Für die meisten Währungspaare gilt: 1 Pip = 0,0001 (vierte Dezimalstelle). Für JPY-Paare: 1 Pip = 0,01 (zweite Dezimalstelle).
Die meisten Broker stellen Kurse auf 5 Dezimalstellen. Die fünfte Stelle heißt Pipette (ein Zehntel Pip). Ein Spread von 0,00002 = 0,2 Pips = 2 Pipettes.
Festspreads vs. variable Spreads
Festspreads
Der Spread bleibt unabhängig von Marktbedingungen konstant. Das ist vorhersehbar – Sie kennen immer Ihre Einstiegskosten. Allerdings sind Festspreads in ruhigen Phasen typischerweise weiter als variable Spreads, da der Broker das Volatilitätsrisiko einpreist.
Variable (schwankende) Spreads
Der Spread weitet sich in Echtzeit aus oder verengt sich je nach Liquidität. Während der Haupthandelszeiten (London–New-York-Überlappung) können Spreads extrem eng sein. Bei geringer Liquidität oder Wirtschaftsmeldungen können sie sich dramatisch ausweiten – manchmal um das 10-Fache oder mehr.
Für aktive Trader: Variable Spreads auf ECN/STP-Konten sind meist günstiger. Für Gelegenheitshändler oder Trader rund um Nachrichten: Festspreads bieten mehr Planungssicherheit. Vergleichen Sie immer den durchschnittlichen variablen Spread, nicht nur das beworbene Minimum.
ECN/STP-Rohspread-Konten vs. Market Maker
ECN/STP-Broker leiten Ihre Aufträge direkt an den Interbankenmarkt weiter. Der Spread kann auf EUR/USD bis auf 0,0 Pips sinken, aber Sie zahlen eine feste Provision pro Lot (typischerweise 3,50 $ pro Seite = 7 $ Hin- und Rück).
Market Maker übernehmen die Gegenseite Ihres Trades intern. Sie bieten breitere Spreads (0,3–1,5 Pips auf EUR/USD), aber keine separate Provision. Ihr Gewinn stammt aus dem Spread selbst.
Für Hochfrequenzhändler ist Rohspread + Provision fast immer günstiger. Für Einsteiger mit wenigen Trades pro Monat kann ein provisionsfreies Konto vergleichbar sein.
Wie Sie Spreadkosten berechnen
Kosten = Spread (Pips) × Lotgröße × Pip-Wert
Für EUR/USD: 1 Standardlot = 10 $ pro Pip.
1,0 Pip Spread auf 1 Standardlot = 10 $ Kosten pro Trade.
0,2 Pip Spread auf 1 Standardlot = 2 $ Kosten pro Trade.
- Aktuellen Spread in Pips ermitteln: (Ask − Bid) ÷ 0,0001 für die meisten Paare.
- Lotgröße bestimmen: Standard = 1,0 ; Mini = 0,1 ; Mikro = 0,01.
- Multiplizieren: Spread × Lot × Pip-Wert. EUR/USD: 10 $ pro Standardlot.
- Bei Provisionskonto: Hin- und Rückprovision hinzuaddieren (z. B. 7 $ für 3,50 $/Seite).
Broker-Spreadvergleich (EUR/USD, 2026)
| Broker | Durchschn. Spread (EUR/USD) | Provision (pro Lot) | Kontotyp | Gesamtkosten (1 Std.-Lot) |
|---|---|---|---|---|
| IC Markets | 0,0 Pip Rohspread | 3,50 $/Seite (7 $ H+R) | ECN | 7,00 $ |
| Pepperstone | 0,0 Pip Rohspread | 3,50 $/Seite (7 $ H+R) | ECN | 7,00 $ |
| Exness | 0,3 Pip durchschn. | Keine | Standard | 3,00 $ |
| XM | 0,6 Pip durchschn. | Keine | Standard | 6,00 $ |
| IG | 0,6 Pip durchschn. | Keine | Standard | 6,00 $ |
Spread-Daten basieren auf typischen Bedingungen während der Londoner Session. Tatsächliche Spreads variieren. Bitte direkt beim Broker nachfragen.
Tipps zur Minimierung von Spreadkosten
In der London/New-York-Überlappung handeln
Die Liquidität ist zwischen 13:00 und 17:00 UTC am höchsten. Spreads sind dann am engsten – ideal für kurzfristige Trader.
Große Wirtschaftsereignisse meiden
NFP, CPI und Zentralbankentscheidungen lassen Spreads explodieren. Prüfen Sie den Wirtschaftskalender und weiten Sie Ihren Stop-Loss oder bleiben Sie außen vor.
Rohspread-Konto nutzen
Wenn Sie mehr als 10 Lots pro Monat handeln, ist ein ECN-Rohspread-Konto fast immer günstiger als ein provisionsfreies Konto mit 0,6+ Pip Spread.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Spread im Forex-Handel?
Der Spread ist die Differenz zwischen Ask-Preis (Kaufkurs) und Bid-Preis (Verkaufskurs). Er wird in Pips angegeben und repräsentiert die eingebauten Kosten des Brokers für die Ausführung Ihres Auftrags. Auf EUR/USD liegt der typische Spread je nach Broker und Kontotyp zwischen 0,0 und 1,0 Pips.
Was ist ein guter Spread für EUR/USD?
Ein Rohspread von 0,0–0,1 Pips (ECN-Konto plus Provision) ist ausgezeichnet. Für provisionsfreie Konten ist alles unter 0,8 Pips wettbewerbsfähig. Meiden Sie Broker, die im Normalbetrieb mehr als 1,5 Pips auf EUR/USD anbieten – das ist ungewöhnlich hoch.
Ist es besser, einen Spread oder eine Provision zu zahlen?
Das hängt von Ihrer Handelsfrequenz ab. Hochvolumen-Trader (10+ Lots/Monat) sparen mit Rohspread + Provision fast immer Geld. Gelegenheitshändler mit wenigen Trades pro Woche finden ein provisionsfreies Konto möglicherweise einfacher und ähnlich günstig. Berechnen Sie immer die Gesamtkosten vor der Wahl.
Warum weiten sich Spreads aus?
Spreads weiten sich aus, wenn die Marktliquidität sinkt: bei Eröffnung und Schließung der New Yorker Session, während wichtiger Wirtschaftsmeldungen, an Wochenenden und Feiertagen sowie bei weniger liquiden Paaren (Exotische Paare). Ihr Broker gibt die breiteren Interbanken-Spreads weiter.
Wie vergleiche ich Broker-Kosten genau?
Berechnen Sie immer die Gesamtkosten hin und zurück: (Spread in Pips × 10 $/Pip pro Standardlot) + Provision in beide Richtungen. Ein Spread von 0,0 Pips + 7 $ Provision = 7 $ Gesamtkosten. Ein Spread von 0,7 Pips ohne Provision = 7 $ Gesamtkosten. Im Schnitt sind sie identisch. Der Unterschied zeigt sich, wenn Spreads steigen: Rohspread-Konten bleiben nahe an ihrem Provisions-Boden, während Standard-Konten in volatilen Phasen sehr teuer werden können.